Gesundheit & Co.
* Jedes Lebewesen, auch der Border Collie, trägt genetisches Material, dass sich als gefährlich herausstellen kann, wenn es von beiden Elternteilen vereerbt wurde.
* Niemand züchtet absichtlich ein genetisches Problem herbei. Aber es zu verschweigen, wird der Rasse unweigerlich schaden.
* Wir haben das Glück, dass wir über genetische Wissenschaft verfügen, die uns mit unseren Gen - Problemen in der Zucht helfen.
Daher gibt es keine "schlimmen" Ergebnisse, ob Träger oder nicht. Alle Ergebnisse sollten wir als "gut" ansehen, und zwar aus dem einfachen Grund weil wir sie haben.
* Hunde die sich durch einen DNA Test als Träger eines genetischen Defekts heraustellen, sind genauso viel Wert wie sie es vorher auch waren.
* Wenn wir Linienzucht betreiben, können wünschenswerte aber leider auch nicht wünschenswerte Gene im Genpool konzentriert werden. Diverse Namhafte Gen - Forscher raten von der Inzucht und / oder Linienzucht ab!
* Als Züchter können wir versuchen genetische Probleme zu kontollieren. Viele dieser Probleme werden verschwinden, aber auch andere neue Erkennbare werden hinzukommen.
Folgende Themen findet Ihr unter der Rubrik Gesundheit & Co:
- Hüftgelenksdysplasie (HD)
- OCD (Osteochondritis dissencans)
- Epilepsie beim Hund
- Progressive Retina Atrophy
- Collie Eye Anomalie (CEA)
- MDR-1-Gendefekt
Hüftgelenksdysplasie (HD)
Definition
Das Wort Dysplasie steht für "Fehlbildung". Häufigste Form der Gelenkerkrankung beim Hund, hierbei sind Kugel und Pfanne des Hüftgelenkes nicht korrekt ausgebildet. Man spricht von einer krankhaften Veränderung der Hüfte.
Symptome
Die klinischen Symptome variieren mit dem Alter und dem Grad der HD:
jünger als 3 Monate: Eventuell ohne Symptome, aber der betroffene Welpe wirkt extrem tollpatschig aufgrund der Instabilität der Hüfte.
3 bis 18 Monate: Bei einigen Fällen können Symptome ausbleiben, aber bei vielen jungen Hunden verursachen Hüftschmerzen Lahmheit und eine Laufunwilligkeit.
Mittleres bis hohes Alter: Eventuell tritt eine Arthritis in der Hüfte auf und der Hund benötigt eine medizinische Behandlung oder einen operativen Eingriff.
Als allgemeine Symptome sind festzuhalten: Die Tiere zeigen in der Regel eine verminderte Aktivität, spontane Lahmheit mit Schwierigkeiten beim Aufstehen und einen verkleinerten Bewegungswinkel des Hüftgelenks. Eine passive Bewegung des Hüftgelenkes ist schmerzhaft.
Junge Hunde mit ausgeprägter HD zeigen vor allem Schmerzen als Folge der starken Lockerheit der Hüftgelenke während bei älteren Hunden die Schmerzen als Folge der Abnutzung (Arthrose) der Hüftgelenke überwiegen. Bei leichteren Formen der HD können Krankheitshinweise fehlen, solange der Hund nicht stark beansprucht wird. Auch zwischen den einzelnen Hunden bestehen Unterschiede in der Schmerzempfindung: Während der eine Hund mit leichter HD bereits hinkt, hat der andere Hund mit fortgeschrittener Arthrose eine spezielle Bewegungstechnik entwickelt, um Schmerzen zu vermeiden: Der Besitzer merkt von der Behinderung unter Umständen gar nichts.
Anatomische Beschreibung
Das gesunde Hüftgelenk des Hundes ist im Allgemeinen ein Nussgelenk (Enarthrosis), in dem der Oberschenkelkopf (Caput ossis femoris) mit der Beckenpfanne (Acetabulum) artikulieren, d.h., zusammen ein Gelenk bilden. Folgende Bänder halten das Gelenk zusammen: Das runde Band (Ligamentum capitis ossis femoris) hält den Oberschenkelkopf in der Pfanne. Es beginnt („entspringt“) in der Gelenkpfanne und zieht zum Caput ossis femoris. Außerdem gibt es noch das Beckenpfannenquerband (Ligamentum transversum acetabuli) und das Labrum acetabuli, das die Gelenkpfanne verbreitert und stärkt und zusätzlich Stütze und Halt gibt. Das Gelenk ist stark von Muskulatur umgeben, die dem Gelenk auch u.a. zusätzlich Halt gibt.
Bei einer gesunden Hüfte ist der Oberschenkelkopf (Femurkopf) groß, rund und glatt. Der Oberschenkelhals (Femurhals) ist deutlich ausgeprägt und hat glatte Ränder, die Ränder der Gelenkpfanne (Acetabulum) sind ebenfalls glatt. Der Oberschenkelkopf passt formgenau in die Gelenkpfanne, diese umschließt dabei mehr als 50 % des Oberschenkelkopfes.
Bei einem an HD erkrankten Hund ist die Gelenkpfanne (Acetabulum) oftmals zu flach und der Gelenkkopf (Femurkopf) ist zu klein und missgebildet. Diese beiden gelenksbildenden Knochen, passen somit nicht korrekt aufeinander. Die Fehlbildung tritt in der Regel beidseitig auf und kann unterschiedlich stark ausgebildet sein. Es kann zur Gelenkinstabilität führen, die eine schmerzhafte Lahmheit für das ganze Leben verursacht.
Bei einem an HD im fortgeschrittenen Stadium erkrankten Hund sind der Oberschenkelkopf und -hals missgebildet, die Ränder sind aufgrund der Knochenverformung aufgeraut. Die Ränder der Gelenkspfanne sind rau, da rund um das Gelenk neuer Knochen gebildet wird (Osteophyten). Der Gelenkspalt ist extrem unregelmäßig, weil von Gelenkkopf und -pfanne Knorpelgewebe abgebaut wurde.
Die Ausbildung der Hüftpfanne findet normalerweise innerhalb der ersten fünfzehn Lebensmonate statt, indem der Oberschenkelkopf sich in diese drückt. Ist die Winkelung nicht korrekt, kommt es zu Störungen dieses Prozesses. Die Folge ist HD - also ein abnorm geformtes Hüftgelenk. Häufig folgt früher oder später Folge Arthrose im betreffenden Gelenk.
Man unterscheidet verschiedene Formen: Übergangsform mittlere HD schwere HD Ein Hund ohne HD erhält nach tierärztlicher Untersuchung ein HD-A gleichbedeutend mit HD-frei. Die weiteren Stufen sind HD-B (HD Verdacht) HD-C (leichte HD) HD-E (schwere HD).
Ursachen
Die Entwicklung der Hüftgelenke wird maßgeblich durch zwei Komponenten beeinflusst: durch die Erbanlage und durch die Ernährung des Hundes. Die wichtigste Ursache jedoch bei der HD des Hundes liegt in den Erbanlagen, welche Gene eine Rolle spielen, ist bis heute nicht geklärt. Erwiesen ist hingegen, dass sich HD häufig in Form einer übermäßigen Lockerheit oder Instabilität des Hüftgelenkes zeigt, was die Bildung von Arthrose begünstigt. Das Hüftgelenk nimmt Schaden, wenn der Oberschenkelkopf dauernd in der Gelenkspfanne umherrutscht. Er wird, technisch ausgedrückt, wie ein lockeres Radlager ausgeschlagen. Beim jungen Hund zeigen sich deshalb die stärksten Veränderungen an der Gelenkspfanne: sie weitet sich auf und flacht sich ab. Damit wird der Oberschenkelkopf nicht mehr korrekt geführt und es entwickelt sich eine Arthrose.
Bei einem Hund mit Veranlagung zu HD ist es möglich, durch eine kalorienmäßig zurückhaltende und ausgewogene Fütterung das Ausmaß der Krankheit zu mildern. Es ist erwiesen, dass Hunde, die langsam wachsen, weniger schwer an HD erkranken als ihre schneller wachsenden und damit schwereren Wurfgeschwister. Besonders wichtig ist es dabei, im Futter ein Überangebot von Kalzium (Futterkalk) zu vermeiden. Deshalb sollte bei Verwendung eines Vollwertfutters darauf geachtet werden, dass das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor etwa 1 : 1 ist (früher 1,5 : 1). Damit hat der Hund trotz ungünstiger Erbanlagen eine größere Chance, akzeptable Hüftgelenke zu entwickeln und ein weitgehend normales und schmerzfreies Leben zu führen. Weiter ist es in solch einem Falle vernünftig, eine massive Überbeanspruchung des noch unreifen Skeletts des Junghundes zu vermeiden, da ein Knochen im Wachstum weniger belastbar ist, als das Skelett eines ausgewachsenen Tieres.
Auftreten / Statistik
Die Häufigkeit des Auftretens von HD bei großen Hunderassen stellt sich wie folgt dar:
0 - 20%: Siberian Husky, Collie (Bearded/Rough), Belg. Schäferhund
21 - 40%: Dalmatiner, Hovawart, Border Collie, Eurasier, Airedale Terrier, Leonberger, Bouvier, Dogge
41 - 60%: Riesen Schnauzer, Großpudel, Bobtail, Labrador, Berner Sennenhund, Briard, Irish Setter, Golden Retriever, Neufundländer, Deutscher Schäferhund, Boxer
Über 60%: Bernhardiner, Engl. Setter, Gordon Setter
Züchterische Maßnahmen gegen HD
Schon seit den 60er Jahren wurde auf breiter Grundlage innerhalb der Rassezuchtvereine eine wirksame züchterische HD-Bekämpfung diskutiert. Als Folge haben einige Rassezuchtvereine bestimmt, dass mehr oder weniger streng von HD befallene Hunde von der Zucht ausgeschlossen werden. Diese Maßnahmen erfolgten in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Tierärzten.
Wichtig ist dabei eines: Phänotyp und Genotyp können in der Hundezucht weit auseinanderliegen. Nur der Genotyp der Nachkommen läßt eine verläßliche Aussage über die tatsächliche genetische Belastung der Zuchttiere (Elterntiere) zu.
Somit müssen die HD-Befunde der Nachkommen als Selektionsgrundlage für die Eltern dienen.
Bei Verwendung von Eltern oder Geschwistern von HD-erkrankten Tieren zur Zucht, ist es zu 100 % wahrscheinlich, dass die Elterntiere defekte Gene tragen und zu fast 100 % wahrscheinlich, dass dies auch bei den Geschwistern vorliegt.
Somit ist der Zuchteinsatz der Verwandten von HD-erkrankten Hunden gleich der bewußten Zuchtverwendung von HD-erkrankten Hunden.
Quelle border-wiki.de
| Röntgenbild HD / A | Röntgenbild HD / E |
|
|
OCD (Osteochondritis dissencans)
Osteochondritis dissecans (OCD) ist eine Wachstumsstörung, die meist im Alter von fünf bis zwölf Monaten auftritt. Es kann im Prinzip jedes Gelenk betroffen sein, aber beim Border Collie scheint sich die Krankheit auf die Schultergelenke zu beschränken. Durch das Loslösen eines Stücks des Gelenksknorpels werden mehr oder weniger starke Schmerzen ausgelöst, das heisst, der Hund geht lahm. OCD kann in nur einer Schulter oder auch in beiden gleichzeitig auftreten. Sind beide Schultern gleich stark befallen, geht der Hund eventuell nur klamm, ohne dass wir eine deutliche Lahmheit sehen.
Leichte Fälle von OCD können von selbst ausheilen, ohne dass der Hund später noch Probleme haben wird. Bei schweren Fällen, das heisst, wenn ein grosses Knorpelstück losgelöst wird, sollte der Hund unbedingt operiert und das Stück entfernt werden. Wird dies unterlassen, wird der Hund früher oder später in diesem Gelenk eine Arthrose entwickeln und somit infolge Schmerzen und Lahmheit frühhzeitig als Arbeitshund unbrauchbar werden.
An der Entstehung von OCD sind wahrscheinlich mehrere Faktoren beteiligt, wie zum Beispiel schnelles Wachstum, Fütterung, Umwelteinflüsse, unvernünftige Bewegung des Welpen und eventuell auch eine vererbte Veranlagung (ähnlich wie bei HD).
Eine Identifikation ist beispielsweise durch Röntgen möglich. So kann beim HD-Röntgen noch eine zusätzliche seitliche Röntgenaufnahme beider Schultergelenke angefertigt werden.
Quelle border-wiki.de
| Röntgenbild OCD = 0 | Röntgenbild OCD - Schultergelenk |
|
|
Epilepsie beim Hund
Definition
Unter Epilepsie versteht man ein Krankheitsbild mit mind. zwei wiederholt spontan auftretenden epileptischen Anfällen (Krampfanfällen), die nicht durch eine vorausgehende erkennbare Ursache hervorgerufen wurden.
Grundsätzlich verursacht eine Störung der elektrischen Aktivität im Gehirn den Krampf. Allerdings wird der Bergriff Epilepsie auch bei einer Erkrankung mit häufigen oder wiederkehrenden Krämpfen verwendet. Man unterscheidet zwischen einem leichten oder schweren Krampf.
Ursache
Ein Epileptischer Anfall ist Folge paroxysmaler synchroner Entladungen von Neuronengruppen om Gehirn, die zu einer plötzlichen unwillkürlichen stereotypen Verhaltens- oder Befindungsstörungen führen. Durch diese Störung der elektrischen Aktivität im Gehirn
entsteht ein Krampf: Muskelkontraktionen, Beinrudern, Zittern und Gesichtszucken sind äussere Anzeichen. Während des Krampfes verlieren die Hunde oft Wasser oder Stuhl und sabbern.
Andere Krampfauslösende Erkrankungen können sein:
-> niedriger Kalziumspiegel im Blut
-> Unterzuckerung
-> Hydrozephalus
-> wandernde Darmwurmlarven
-> Hirnentzündung nach Staupe
-> Gehirnverletzung durch Gift oder Hitzschlag
-> ererbte Veranlagung
Symptome
Die hier geschielderten Symptome sind für den leichten und den schweren Krampf gesondert dargestellt. Insbesondere beim leichten Krampf sind diese nicht immer leicht zuzuordnen.
Leichter Krampf:
-> Bewusstseinsverlust für wenige Sekunden (wird oft mit Konzentrationsschwäche verwechselt)
-> kurzes Stolpern
-> rasendes Graben ohne ersichtlichen Grund
-> wiederholtes Luftschnappen
Diese Symptome sollten aber abgegrenzt werden von der Aktivität des Hundes; beispielweise nach einem Insektenstich.
Schwerer Krampf:
Ein schwerer Krampf besteht auf vier Stadien:
-> Prodromalstadium: feine Wesensänderung (Starren ins Leere, Schnüffeln. Kann mehrere Stunden bis Tage dauern, fehlt oft oder wird vor einem Anfall übersehen).
-> Aura: Verhaltensänderung oft in ein starkes Angsverhalten hinein (Heulen, Wimmern, Verstecken, Angst, Unruhe, starke Anhänglichkeit. Oft schwieirg von adneren Stadien zu unterscheiden).
-> Iktus: Eigentlicher Anfall (Zusammenbruch, Bewusstseinsverlust, Versteifung des Körpers. Es folgen abnorme Muskelaktivitäten,
Verlust von Wasser und Stuhl, Sabern. Dieses Stadium kann Sekunden bis Minuten dauern. Selten verbleibt der Hund in diesem
epileptischen Zustand).
-> Postikus: Rückkehr des Bewusstseins (Der Hund ist benommen, verwirrt und hat Probleme beim Stehen, beziehungsweise wirkt
blind. Erschöpfungssymptome, Heisshunger oder unmotivierte Aggressivität gehen einher. Diese Orientierungslosigkeit kann Minuten bis STunden dauern).
Auslösefaktoren: Genetisch bedingt oder durch äussere Einflüsse
Strittig scheint, ob Epilepsie angeboren oder durch äussere FAktoren ausgelöst wird: Dr. med. vet. Maike Glien schreibt hierzu
in Ihrer Dissertation "Etablierung von zwei chronischen Epilepsiemodellen und Detektion von spontan auftretenden Anfällen"
(aus dem Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der Tierärtzl. Hochschule Hannover, 2002): "Eine Epilepsie wird als symptomatisch bezeichnet, wenn die spontanen Anfälle Folge einer eindeutig feststellbaren Grunderkrankung sind. Dem stehen die idiopathischen Epilepsien gegenüber, die auf keiner erkennbaren Ursache beruhen und "aus sich selbst heraus" entsetehen, d.h. in der Regel auf genetischen Faktoren basieren. Der Begriff kryptogen beschreibt eine Epilepsie, der vermutlsich eine organische Ursache zu Grunde liegt, die jedoch verborgen ist.
In der Mehrzahl aller Erkrankungsfälle kann keine Ursache festgestellt werden. Nur etwa 25% aller Epilepsien sind symptomatisch, wobei offene Kopfverletzungen, Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Traumen, degenerative Gehirnerkrankungen, Infektionen des zentralen Nervensystems und postnatale Komplikationen die häufigsten Auslöser sind (Hauser et al. 1993).
Epilepsien stellen in der Veterinärmedizin die häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen des Gehirns bei Hund und Katze dar. Beim Hund sind idiopathische Epilepsien häufiger als symptomatische, wobei gewisse Rassedispositionen auftreten und in der Mehrzahl Rüden betroffen sind (Löscher et al.1985).
Somit kann gesagt werden, dass die angeborenen Epilepsien in der Mehrzahl auftreten. Allerdings kommen oft mehrere äussere Faktoren zum genetischen hinzu, damit die Epilepsie zum "Ausbruch" kommt.
Bei folgenden Rassen ist das Auftreten einer Epilepsie häufiger: Golden Retriever, Cocker-Spaniel, Pudel, Bernhardiner, Irish Setter,
Zwergschnauzer, Rauhaar-Foxterrier, Dackel, Border Collie und Grosser Schweizer Sennenhund.
Epilepsie und Zucht
Aehnlich wie bei anderen überwiegend erblichen Krankheiten wie HD oder CEA liegt es in der Verantwortung der Züchter, die Rasse der Border Collies von dieser Krankheit durch eine gezielte Auswahl der Zuchttiere langfristig zu befreien.
Nach Richtlinien von Prof. Dr. Jaggy sollte mit folgenden Hunden nicht gezüchtet werden:
-> Wurfgeschwister von Epileptikern
-> Wurfwiederholung der Elterntiere
Halbgeschwister von Epileptikern sollten nur mit Hunden verpaart werden, die erwiesenermassen keine Epilepsie haben.
Quelle Border-wiki.de
Progressive Retina Atrophy
Die progressive Retinaatrophie ist ein langsam fortschreitendens Absterben der Netzhaus (=Retina). Die Netzhaut besteht aus unzähligen Nervenzellen (Stäbchen und Zäpfchen), die das in das Auge einfallende Licht aufnehmen, zu elekrtischen Impulsen verarbeiten, über den Sehnerv zum Gehrin weiterleiten und dort zu Bildern umwandeln. Die Netzhaut ist dabei mit dem Film einer Fotokamera vergleichbar.
Die PRA ist eine genetisch bedingte Erkrankung der Netzhaut (ausosomal rezessiv). Der betroffene Hund trägt die Anlage zu dieser Erkrankung bereits seit seiner Geburt in sich, sie Führt aber erst allmählich. meist in einem Alter zwischen 3-5 Jahren, zu ersten merkbaren Veränderungen und dann mit 6-9 Jahren zur vollständigen Erblindung.
Die betroffenen Hunde bewegen sich im Dunkeln unsicher, zeigen sich ängstlich und verbellen unbekannte Objekte und Personen.
Sie stossen gegen unbekannte Dinge an und weichen dem Besitzer nicht mehr von der Seite. Die Pupille schliesst sich nur unvollständig bei einfallendem Licht und die Augen leuchten in der Dunkelheit stärker als normal.
Zwischen diesen ersten Symptomen und der vollständigen Erblidnung vergehen einige Jahre. Als häufige Folgeerscheinung der PRA
ensteht der grau Star (Katarakt), als eine Eintrübung der Linse, was zu einer weiteren Sehverschlechterung oder Erblindung führt.
Wicht zu wissen ist, dass nach einigen Jahren als Folge des grauen Stars der grüne STar (Glaukom) auftreten kann. Der grüne STar führt zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks, was äusserst schwerzhaft ist und zum Verlust des Augenapfels führen kann.
DAher sollten Augen von Hunden, die an PRA leiden einmal im Jahr untersucht werden. Der ophtalomologisch ausgebildete Tierarzt (= auf Augenkrankheiten spezialisiert) kann die Diagnose PRA mittels Anamnese und den typischen Veränderungen an der Netzhaut mittels Spaltlampenuntersuchung feststellen. Ausserdem gibt es noch die Möglichkeit der Durchführung eines Elektroretinogramms bzw. Diagnosestellung durch eine Blutuntersuchung mit DNA-Analyse.
Bis heute gibt es keine Medikamente oder operative Behandlungsmöglichkeiten um die PRA zu heilen. Daher ist es ungemein wichtig die PRA durch züchterische Massnahmen zu bekämpfen wie regelmässige Kontrolluntersuchungen von Zuchttieren und Ausschluss befallener Tiere und deren Eltern und Geschwister von der Zucht.
Quelle Border-wiki.de
Collie Eye Anomalie (CEA)
Definition
Bei der CEA habdelt es sich um eine autosomal rezessiv vererbbare Augenerkrankung von der vor allem Collie, Border Collies, Shelties und Australian Shepherds betroffen sind.
Es entstehen dabei Veränderungen an der Netzhaut des Auges, die in unterschiedlich starker Ausprägung auftreten können; angefangen von minimalen Netzhautveränderungen, die beim Hund völlig unbemerkt verlaufen, bis hin zu Blutungen und Netzhautablösungen, die zur Erblindung führen.
Eine Besonderheit der Erkrankung ist, dass der Schweregrad der CEA sich mit dem Alter des Hundes nicht verschlechtert, d.h. dasse in Hund an der CEA nicht erst im Alter erblindet mit Ausnahme an anderen zusätzlichen Augenerkrankungen wie der PRA oder dem
Katarakt.
Die mildeste Form der CEA, sie sogenannte CRH (chorioretinale Hypolapsie), ist beim Welpen nur bis zu einem Alter von ca. 9 Wochen erkennbar, denn danach wird sie durch Pigmenteinlagerung im Auge überdeckt. Hunden deren CEA-Erkrankung im Erwachsenenalter durch eine Augenuntersuchung nicht mehr feststellbar ist, bezeichnet man als "gonormals".
Erscheinungsformen der CEA (Schweregrade)
1. CRH = chorioretinale Hypolapsie:
In einem bestimmen Bereich des Auges fehelen ein Teil der Netzhaus und der darunterliegenden Aderhaut. Diese Bereiche sind beim Welpen bis zur 9.Lebenswoche besonders gut zu erkenne, da bis zu diesem Zeitpunkt die Netzhaut noch nicht pigmentiert (=gefärbt) ist. Nach dieser Zeit verdeckt das Pigment diese Stellen, und die CRH ist nicht mehr so gut feststellbar = "go-normals". Das Sehvermögen wird bei der CRH nicht beeinflusst, da nur kleine Netzhautbezirke von diesen Veränderungen betroffen sind.
2. Kolobom:
Als Kolobom bezeichnet man eine mehr oder weniger grossflächige Ausbuchtung der Netzhaut im Bereich des Sehnervenkopfes. Nur wenn in seltenen Fällen die Ausbuchtungen grosse Teile der Netzhaut einnehmen, kann die Sehkraft beeinträchtig werden.
3. Blutungen und Netzhautablösungen:
Durch Blutgefässveränderungen der Aderhaut kann es zu Blutungen der Netzhaut kommen, welche eine Netzhautablösung zur Folge haben können. die Folge ist eine Erblindung, Probleme mit dem Augeninnendruck und Entzündungen der Gefasshaut. Dies ist die schlimmste und seltenste Form der CEA.
Vererbungstheorie
Die CEA wird autosomal rezessiv vererbt, was bedeutet, dass ein befallener Hund je ein CEA-Gen von seinem Vater und seiner Mutter geerbt hat. Insgesamt ergeben sich folgende Vererbungskonstellationen (NORMAL = gesunder Hund / CARRIER = vererbt Gendefekt, aber nicht erkrankt / AFFECTED = vererbt Gendefekt und ist erkrankt):
Das heisst bei der Zucht:
Beide Elterntiere NORMAL = Nachzucht alle NORMAL
Ein Elterntier NORMAL / Ein Elterntier CARRIER = Nachzucht 50% NORMAL / 50% CARRIER
Ein Elterntier NORMAL / Ein Elterntier AFFECTED = Nachzucht alle CARRIER
Beide Elterntiere CARRIER = Nachzucht 25% NORMAL/ 50% CARRIER / 25% AFFECTED
Ein Elterntier CARRIER / Ein Elterntier AFFECTED = Nachzucht 50% CARRIER / 50% AFFECTED
Beide Elterntiere AFFECTED = Nachzucht alle AFFECTED
Empfehlungen an Züchter
Da nur bei der Welpenuntersuchung im Alter von 4-6 Wochen die CEA eindeutig erkannt werden kann, ist eine Augenuntersuchung aller Welpen jedes Wurfes ein MUSS!
Anhand eines Gentestes kann man untersuchen, ob ein Hund CEA-Träger ist oder nicht. Hierfür muss eine Blutprobe des Hundes an das Labor in Ithaca oder an die niederländischen Zweigstelle der Firma schicken und erhält das Ergebnis 3-4 Wochen später per Post oder E-Mail. Das Unternehmen ist unter der folgenden internet Adresse erreichbar:
www.optigen.com
Quelle border-wiki.de
MDR-1-Gendefekt
Der MDR1-Transporter (Multidrug-Resistenz) ist an der Oberfläche von Endothelzellen lokalisiert, dies sind Zellen, die di Wand von Blutgefässen von inne auskleiden. Der MDR1-Transporter ist dafür zuständig, dass toxische (giftige) Verbindungen und bestimmte Arzneimitter, wie zum Beispiel das Antiparasitikum Ivermectin, in den kleinsten Blutgefässen des Gehirns zurückgehalten werden, als Schutzbarriere für das Gehirn (Blut-Hirn-Schranke).
Liegt nun ein genetischer Defekt im MDR1-Gen vor, so geht diese Schutzfunktion verloren und Substanzen wie z.B. Ivermectin können ungehindert ins Nervengewebe eindringen. Bei diesen Tieren treten dann nach Verabreichung von Ivermectin starke neurotoxische Nebenwirkungen auf. Bei einer Dosis von 100 - 150 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht kommt es zu Bewegungs- und Koorinationsstörungen. Zittern, Benommenheit, Erbrechen, Desorientiertheit, Pupillenerweiterung und vermehrtem Speichelfluss.
Ab einer Dosis von 200 Mikrogramm kann es zu komatösen Zuständen und bis zum Tod des Tieres kommen.
Welche Hunderassen sind betroffen:
Es wurden 750 Hunde aus Deutschland, Oestereich und der Schweiz getestet. Dabei wurde der Gendefetk bei
* Collies
* Shetland Sheepdogs
* Australian Sheperds
* Border Collies
gefunden.
Arzneistoffe, die bei einem MDR1-Gendefekt vermehrt ins Gehringewebe übergehen können:
- Ivermectin = Antiparasitikum
- Loperamid (enhalten im Imodium, Normakut) = Antidiarrhoikum
- Digoxin = Herzwirksames Glykosid
- Vincristin, Vinblastin, Doxorubicin = Zytostatika
- Cyclosporin = Immunsuppressivum
- Grepafloxacin, Sparfloxacin = Antibiotika
- Ondansetron = Antiemetikum
- Chinidin = Antiarrhythmikum
- Ebastin = Antiallergikum
- Dexametahson(Purivet Lösung für die Haut, Tobradex Augensalbe, Otripin Ohrentropfen, Voren Injektionssuspension) = Glucocorticoid
Der Institut für Pharmakologie und Toxikologie des Fachbereiches Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Iniveristät in Giessen bietet einen Test auf Vorliegen des MDR1-Gendefektes an. Für die Untersuchung wird 1 ml EDTA-Vollblut vom Tierarzt abgenommen.
Quelle border-wiki.de









